Der Schwabstedter Hoffnungs-Ablass

Sep 19th, 2017 | By | Category: Neu

Schwabstedt(epd) Einen Ablasshandel „unter einem völlig anderen Vorzeichen“ startet die Kirchengemeinde
Schwabstedt (Kreis Nordfriesland). „Rechtzeitig zum 500. Jubiläum der Reformation legen wir etwas neu auf. Etwas, was damals für mächtig Ärger sorgte. Nämlich einen Ablass“, teilt das Pastorenehepaar Sylvia und Michael Goltz im jüngsten Gemeindebrief mit. Unter der Überschrift „Fürchte dich nicht“ können die Menschen jetzt mutmachende Erfahrungen und Wünsche auf einem Blatt Papier schreiben. Die Zettel werden dann am Kirchturm angebracht.

Anlass für die Aktion ist unter anderem der Bauernmarkt in Schwabstedt, der am 24. September um 10 Uhr mit einem Gottesdienst eingeläutet wird, so Pastor Goltz. Die Aktion der evangelischen Kirchengemeinde mit ihren 1.600 Mitglieder sei ganz im Sinne der Reformation und der Suche des Reformators Martin Luthers (1482-1546) nach einem gnädigen Gott. „Es geht um Hoffnung. Hoffnung für eine Welt, die zunehmend von Angst und Furcht beherrscht wird“, so das Pastorenpaar.

Jeder, der mitmachen will, bekommt ein wetterfestes Blatt Papier. Darauf kann er schreiben oder malen, was ihm persönlich Mut und Hoffnung macht. Das kann ein konkretes Erlebnis sein wie die Geburt eines Kindes. Aber auch die Versöhnung nach einem Streit. Oder die Heilung nach einer Krankheit. „Es kann gerne auch ein Wunsch oder ein Traum sein“, betonen die Pastoren. Denn je mehr Menschen zusammen von etwas träumen, „umso eher kann der Traum die Wirklichkeit verändern“.

Martin Luther heftete 1517 seine 95 Thesen an die Schlosskirche in Wittenberg. Er wandte sich damit nicht gegen den Ablass an sich, sondern gegen den Handel mit Ablassbriefen. Die Ablassprediger versprachen den Menschen, sie könnten sich von allen Sünden und damit von den Strafen im Fegefeuer (der Vorhölle) freikaufen. Luther dagegen predigte einen gnädigen Gott. Er war tief davon überzeugt, dass Gott die Menschen ohne Gegenleistung liebt.

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